• Hannes von TourTouch

Sterne-Bewertungen für Campingplätze

Aktualisiert: März 1

Zwischen Fakten und Emotionen



Neben den Sternen von BVCD/DTV, ADAC, ACSI und DCC leuchten die Sterne von Google, camping.info und Facebook immer heller - denn es sind längst genau diese Gästebewertungen, die die Macht haben dem Gast emotional und einfach den Weg zu unseren Campingplätzen aufzuzeigen.


STERNE. Die Sterne-Bewertungen dieser Online-Portale sind ungeschlagen das wichtigste Kriterium für Kaufentscheide im Internet. Laut Statistik lesen 95% aller Reisenden Online-Bewertungen vor der Buchung und lassen sich von den dort abgegebenen Gäste-Stimmen beeinflussen. Erschreckend und bemerkenswert ist auch, dass 84% der Menschen Online-Bewertungen genauso vertrauen, wie Vorschlägen von Freunden. Sind die etablierten Sterne-Zertifizierungen überholt?


"Einseitig: Zertifizierungen fokussieren die Qualitätsstandards der Infrastruktur"

FAKTEN. Nach neutralen Fachkriterien urteilend, leisten die Zertifizierungen von BVCD/DTV und ADAC (usw.) einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung und Standardisierung im Campingsektor. Vergleichbar mit der Hotel-Klassifizierung der DEHOGA werden hier 1 bis 5 Sterne vergeben. Im gewissen Turnus finden Inspektionen von Kontrolleuren statt und bewerten den Status auf dem Weg hin zu einem standardisierten Qualitätskonzept. Aus Gästeperspektive sind die offiziellen Klassifizierungen mit einer gewissen Erwartungshaltung verbunden. Regelmäßig wird dieser Bezug auch von Gästen selbst thematisiert: "Peter** Von einem 5-Sterne-Platz hätte ich kompetenteren Service erwartet.“ Aufgrund dieser Erwartungshaltung ist andersherum auch davon auszugehen, dass es bei einer niedrigen Messlatte (z.B 2-Sterne-Zertifizierung) leichter fällt, den Gast positiv zu überraschen: "Heidi***** Wir hatten eine super Zeit. Besser als erwartet. Gerne wieder!"


"Allumfassend: Gästebewertungen spiegeln das tatsächliche Urlaubserlebnis wider"

EMOTIONEN. Der Unterschied der beiden Bewertungsformen liegt auf der Hand: Einerseits standardisiert-faktisch und andererseits eher persönlich-emotional. Die User-Bewertungen liegen näher am individuellen Urlaubsgefühl. Die offiziellen Sterne dafür sind näher an einem infrastrukturellem Betriebsvergleich. Auf der einen Seite wird in einem definierten Turnus von Fachpersonal, auf der anderen Seite hingegen live von zahlreichen echten Gästen bewertet. Am stärksten äußern sich die Unterschiede der Bewertungsformen in den gängigen Print-Reiseführern. Diese können kaum emotionale Aktualität bieten und stellen Lesern, anhand zahlreicher Icons, lediglich einen faktischen Vergleich zur Verfügung, der sich mit Hilfe der Sterne-Zertifizierung zu einer Gesamtnote fügt. Der Campingbetrieb bezahlt diese Zertifizierungen und Anzeigen meist aus dem Marketingbudget. Blöd dabei: Infos zu Parzellierungsgrad, Schamwänden, Duschraumgrößen und Toilettenanzahlen sind zwar relevante Kennzahlen, aber nun mal keine für Marketing und Urlaubsgefühl tauglichen Begriffe.


"Beide Bewertungsformen ergänzen sich zum Gesamtbild"

NACHHOLBEDARF. Emotional und subjektiv zu bewerten ist nicht die Aufgabe der offiziellen Zertifizierungen. Es geht um messbare Fakten und dem Schaffen eines Anreizes, damit Campingbetriebe ihre Infrastruktur entlang eines gewissen Qualitätsstandard entwickeln. So weit so gut. Wie aber steht es um die Qualität unserer Campingbetriebe im Internet? Braucht es aus Branchensicht nicht auch Anreize für eine Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur? Wir sind der Meinung, dass es sehr zu begrüßen wäre, wenn digitale Services weitergehend in Klassifizierungskriterien mit einfließen würden. Hierzu zählen neben einem zeitgemäßen und informationsstiftenden Webauftritt, der auch auf mobilen Geräten funktioniert, auch eine leicht verständliche Preisauskunft. Darüber hinaus sollte ein 5-Sterne-Platz mit Mehrsprachigkeit, sowie einer komfortablen und mobile-optimierten Online-Buchung auf der eigenen Website aufwarten. Als Kriterium reicht es z.B. beim Thema Online-Buchung nicht aus, lediglich nach ja/nein zu prüfen. Es geht vielmehr darum, einen Weg zu finden, flotte, übersichtliche und nutzerfreundliche Online-Formulare von holprigen und unübersichtlichen im Windows-95-Look zu unterscheiden. Erkenntnisse aus den Themen digitale Barrierefreiheit und User-Experience könnten hier Ansätze liefern. Informieren und Buchen ist schließlich kein Schnickschnack, sondern genau wie Waschhäuser und Parzellen ein Teil des vom Gast bezahlten Services.


"Es braucht digitale Qualitäts-Standards im Camping"

GOOGLE-BEWERTUNGEN. Neben relevanten Gäste-Meinungen auf Plattformen wie facebook.de, camping.info, tripadvisor.de und pincamp.de sind es meist zuallererst die Google-Bewertungen mit denen User bei der Suche nach einem bestimmten Campingbetrieb konfrontiert werden. Dieser Präsenz sind sich die meisten Campingbetreiber bewusst. Besonders spannend ist darüber hinaus aber, dass die vom Gast abgegebenen Bewertungen auch relevant für das Ranking der Campingplatz-Website sind. Beim Thema Findbarkeit zählt bei weitem nicht nur das, was auf der Website geschrieben wird. Google bewertet die Relevanz und Seriosität der Website auch anhand der Anzahl der Bewertungen, die über den Campingbetrieb vorhanden sind, sowie der vom Betrieb beantworteten Bewertungen. Weiter noch: Selbst der Inhalt der Bewertungstexte wird von Google ausgelesen. Thematisieren Gäste also ständig den "Badestrand" in Ihren Bewertungstexten und ist der "Badestrand" auch auf der Homepage ein relevantes Schlagwort, erkennt Google einen Zusammenhang, der sich positiv auf das Ranking auswirkt. Das alles sollte aber nicht den Rückschluss zulassen beim Thema Bewertungen nur auf Google zu setzen. Google selbst schaut auch über den eigenen Tellerrand und schätzt es, wenn der Betrieb auf unterschiedlichen Plattformen bewertet wird. Dem zugrunde liegt wahrscheinlich, dass sich 20% der User vor der Buchung auf nur einer Website über Bewertungen informieren. 59% hingegen auf 2 oder 3 Plattformen.


"Bewertungen sind auch relevant für das Google Ranking"

Qualität ist messbar. Auf der einen Seite stehen die offiziell-faktischen und auf der anderen Seite die eher subjektiv-emotionalen Sterne. Beide Ansätze sind nützlich, wenn es darum geht sich im Voraus ein Bild des Urlaubsorts zu machen. Nach Erreichen eines gewissen Qualitätsstandards ist aber davon auszugehen, dass Gäste sich auch in der Informationsbeschaffung auf das tatsächliche Urlaubserlebnis fokussieren und sich vermehrt anhand von User-Bewertungen orientieren. Erlebnisse sind schließlich der eigentliche Grund, warum Menschen reisen. Altbekannte Standards haben dem gegenüber nicht das Zeug zu überraschen.




Wir plädieren stark dafür, das Emotionale in den Vordergrund zu rücken und Gäste-Bewertungen als zentralen Indikator für die eigentliche Urlaubsqualität anzuerkennen. Dem spannenden Thema, inwiefern Gäste bereits im Camping-Marketing emotional abgeholt werden können, widmen wir tagtäglich unsere Aufmerksamkeit. Nicht nur um eine bessere Auslastung zu erreichen, sondern auch damit es gelingt, durch erlebnisreiche Angebote die Bewertungslage aktiv zu verbessern.


"Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Camping-Marketing braucht positive Emotionen"

Im Rahmen der diesjährigen camping.info Award-Verleihung auf der CMT in Stuttgart haben wir einen ganzen Vortrag dem Aspekt Bewertungen gewidmet. Unsere Quintessenz im Gespräch mit der Branche: Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Camping-Marketing braucht Emotion und ein Urlaubsversprechen, dass der Campingbetrieb auch einhält. Die Mühen werden sich in den Bewertungen auszahlen.



Bei Fragen zum richtigen Umgang mit dem Thema sprechen Sie uns gerne an. Wir unterstützen beim Aufbau einer emotionalen Ansprache, dem Generieren von positiven Bewertungen und dem Auswerten der Bewertungslage Ihres Campingbetriebs. Im Rahmen von kurzen Schulungen zeigen wir Ihren RezeptionistInnen den richtigen Umgang mit eingehenden Bewertungen.








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